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Lassen wir die Flüchtlingskinder erzählen...

Sicher kennen auch Sie die Erfahrung, dass es befreiend wirkt, Bedrückendes und Belastendes, aber auch freudige Momente mit anderen zu teilen. In der Psychologie sprechen Experten vom „heilsamen Erzählen“.

 

Unter dem Motto "Lassen wir die Flüchtlingskinder erzählen..."  startete im Sommer 2016 auf Initiative der Bürgerstiftung Westmünsterland ein kunsttherapeutisches Pilotprojekt. Sechs Mädchen und vier Jungen im Alter von sieben bis zwölf Jahren erhielten dabei die Gelegenheit, ihre Geschichten  unter fachkundiger Begleitung  zu erzählen und so ihre zum Teil traumatischen Erinnerungen zu verarbeiten. Die Kinder stammten aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. Sie waren fast alle mit ihren Eltern übers Mittelmeer und die Balkan-Route aus ihrer Heimat geflohen.

 

Barbara Schröer, Therapeutin von der Erziehungsberatungsstelle des Caritas-Verbandes Borken, und die Künstlerin Liza Ettwig aus Reken begleiteten die Kinder in diesem Sommercamp in "Nane's Malkästchen" in Borken.

 

Eine Dokumentation zum Pilotprojekt wurde erstellt. Sie erzählt in Auszügen die Geschichten der Kinder, die sich mit ihren Eltern auf den Weg gemacht haben – vielfach ohne auch nur zu erahnen, was ihre Mütter und Väter zu diesem Schritt veranlasst hatte. Über die Balkanroute kamen sie in den Kreis Borken – ihrer neuen, manchmal auch nur vorübergehenden Heimat.

 

Ergänzt werden die Geschichten in der Dokumentation um einen fachlichen Teil. Sie sollen zum Nachahmen vergleichbarer Projekte motivieren. Zwar erleidet nicht jeder, der Krieg und Flucht erlebe, traumatische Störungen. In ihrem Gastbeitrag zu dem Pilotprojekt verweist Reka Markus, Fachärztin für Psyhiatrie und Psychotherapie, allerdings auch auf Untersuchungen zum Thema „Kriegskinder“. Diese zeigen, dass Menschen, die im Kindesalter derartige Erfahrungen machen, häufig als Erwachsene psychisch erkranken. Dem gelte es frühzeitig zu begegnen, zum Beispiel indem man Kindern mit Fluchterfahrungen in Projekten wie dem der Bürgerstiftung Westmünsterland offen begegne.

 

Die Dokumentation ist gegen eine Schutzgebühr von einem Euro plus Versand bei der Bürgerstiftung Westmünsterland zu erhalten. Anforderungen sind per E-Mail unter möglich.

Dokumentation zum Projekt